Aquarelle. Hans-Jürgen Gaudeck. Bernd Schiller. Zum Buch. Gaudeck-Vitae Bernd Schiller
Bernd Schiller
Wie unbefangen kann einer in Burma zu Zeiten des Militärregimes den Spuren des Schriftstellers George Orwell folgen? Wie verträgt sich die nostalgische Neigung, auf den Terrassen verstaubter oder auch aufwändig renovierter Kolonialhotels alten Zeiten nachzusinnen, wo doch nicht wenige Probleme von heute den Hinter-lassenschaften eben dieser zuweilen durchaus verklärten Vergangenheit entstammen?
Ambivalente Gefühle haben, jedenfalls für mich, immer zum Reisen gehört. Auf den Stufen einer Pagode in Bagan oder einer Dagoba in Anuradhapura lange zu hocken, Tempelglocken zu lauschen, Pilgern zuzuschauen, wie sie Lotusblüten vor eine ihnen heilige Statue legen, heißt nicht, die Welt wie sie ist - ob in Burma oder auf Sri Lanka, in Kambodscha oder in Vietnam - zu ignorieren.
Für mich gilt das Gegenteil: Erst mit der behutsamen und schließlich immer intensiveren Annäherung an Land und Leute, an ihre Kulturen und ihren Alltag, habe ich vieles besser verstanden, worauf mich seit Jugendtagen die Bücher der frühen Reisenden, später auch Filme und Fernsehbilder neugierig gemacht haben.
Meinem Motto, von Joseph Conrad entliehen, dem wohl größten Poeten der Tropen, bin ich dabei treu geblieben: „Dem Traum folgen und nochmals dem Traum folgen und so ewig...“