Aquarelle - Zauber Asiens Vom Zauber Asiens. Hans-Jürgen Gaudeck. Bernd Schiller. Zum Buch.
Magie des Lichts

Wir wollten uns der größten Tempelstadt Südostasiens  Angkor  langsam nähern und uns auch auf die Kulturen der Nachbarländer Kambodschas einlassen, Stimmungen aufnehmen, die mich vor allem als Maler so inspirieren. Eine Reise ins Innere Südostasiens.
Wir machten Station in Sri Lanka. Reisten über die alte siamesische Hauptstadt Ayutthaya in Thailand, dann weiter über Yangoon, Mandalay, Bagan in Myanamar. Teilweise mit Booten auf dem Chao Phraya und Ayeyarwady. Besuchten den Norden und die Mitte Vietnams. Bewunderten die bizarren Bergformat-ionen in der Halong Bucht. Und näherten uns so Kambodscha.
Die Aquarelle entstanden unter dem Eindruck des Augenblicks. Möglichst schnell auf Papier gebracht, um die Stimmungen vor Ort einfließen zu lassen. Für mich fertige abgeschlossene Bilder.
Ab und zu begleitete uns ein Führer, der sich um die Organisation kümmerte. Vor allem in Myanamar war dies sehr wichtig, da aufgrund des Militärregimes ein Alleinreisen nicht ganz unproblematisch ist. Die Infrastruktur ist hier schwach ausgeprägt.Wenige Straßen, und so verlief die Reise in Myanamar überwiegend auf dem Ayeyarwady.
In Kambodscha waren wir vor zwei Jahren mit einem Führer unterwegs. Diesmal nahmen wir in Angkor eine  

motorisierte Rikscha, um so gezielt einzelne Tempel und Dörfer zu besuchen. Meine Frau fotografierte vor allem die herrlichen Reliefarbeiten, die das Leben in der Zeit der Hochkultur der Khmer wiedergeben. Ästhetische Darstellungen, meterlange in Stein gemeißelte Geschichten. Ich konzentrierte mich auf die malerischen Motive im Umfeld der Tempel.

So nahm ich immer wieder wahr, wie das tropische Licht Menschen in den Tempel-anlagen und die Steinstrukturen beein-flusste. Mönche, die durch die Tempel-gänge wanderten, verschwammen im Dunst. Sah schemenhafte Bewegungen, die sich in der Weite der Durchgänge auflösten.

Setzte mich auf Steinstufen und ver-suchte, diese Stimmungen schnell auf Papier zu bringen. Mit wenigen maleri-schen Akzenten. Cees Nooteboom verglich meine malerischen Arbeiten mit aquarellierten Haikus. Vielleicht hatte er damit gar nicht so unrecht. Meine Malerei ist ein Versuch, mit möglichst wenigen Strichen und Farbelementen die Stimmung eines Augenblicks auf Papier zu bannen.

Hans-Jürgen Gaudeck